7.06.2007 - Spirituelle Arbeit
Alleine die Tatsache, dass wir den Schöpfer um spirituelle Wahrnehmungen bitten und nicht um Beistand, die diversen Probleme zu lösen, die uns im täglichen Leben entstehen, zeugt von unserem schwachen Glauben an Seine Allmacht und Allgegenwärtigkeit. Es beleuchtet auch unseren Mangel am Verstehen, dass unsere Probleme uns aus dem einzigen Grunde gesandt wurden, dass wir versuchen, sie selbst zu lösen. Gleichzeitig sollten wir jedoch den Schöpfer dabei um Hilfe bitten, in dem stetigen Glauben, dass jedes von ihnen zur Stärkung unseres Glaubens an seine Einzigartigkeit gesandt wurde.
Wenn wir wirklich glauben, dass alles vom Schöpfer abhängt, dann müssen wir uns an ihn wenden, doch nicht in der Hoffnung, dass er sie für uns lösen wird, sondern wir sollten diese Probleme als Mittel benutzen, von Ihm unabhängig zu werden. Damit wir uns auch nichts vormachen, was unsere persönliche Motivation betrifft, müssen wir gleichzeitig genau wie alle anderen mit diesen Aufgaben kämpfen.
Ein spiritueller Rückfall wird von Oben mit der Absicht geschickt, weiteres spirituelles Wachstum zu fördern. Da es von Oben kommt, erreicht es uns sofort, enthüllt sich plötzlich, und wir stehen dem meist völlig unvorbereitet gegenüber. Der Austritt aus solchem Zustand, der spirituelle Anstieg, ähnlich einem Heilungsprozesses, erfolgt langsam, denn wir müssen diesen Rückfall von allen Seiten her verstehen und versuchen, ihn allein zu überwältigen.
Sollte es uns gelingen, während unseres spirituellen Aufstieges unsere eigenen schlechten Eigenschaften zu analysieren, die linke Linie mit der rechten zu verbinden, dann werden wir auch viele spirituelle Rückschläge vermeiden und überspringen können. Doch nur diejenigen, die sich auf der rechten Linie halten können und trotz des egoistischen Leidens die Handlungen des Schöpfers rechtfertigen, werden den Kurs beibehalten und spirituelle Rückschläge vermeiden.
Das erinnert uns an die Vorschriften in der Bibel über den obligatorischen Krieg (milhemet mitzvah) und den freiwilligen Krieg (milhemet reshut): der obligatorische Krieg gegen den Egoismus und den freiwilligen Krieg, den jemand beginnt, der sich dazu für fähig hält und sich selbst viel Mühe geben möchte.
Während unserer eigenen inneren Arbeit, bei der es darum geht, den Egoismus zu besiegen, den Schöpfer über allem zu erheben, unseren Glauben an seine Herrschaft zu stärken, müssen wir all dies verborgen halten, so wie alle anderen spirituellen Phasen, die wir durchgehen. Es ist auch verboten, anderen Rat zu geben, wie sie sich zu verhalten haben. Stellen wir beim anderen Anzeichen von Egoismus fest, dann muss dieser diese deuten, denn sie sind Zeichen, dass es außer dem Schöpfer nichts anderes gibt. Es bedeutet, dass alles was der Mensch sieht und fühlt ein unmittelbares Resultat des Wunsches des Schöpfers ist, welcher möchte, dass diese Aspekte von dieser Person gefühlt werden.
Unsere Umgebung wurde ausschließlich dazu geschaffen, damit wir ständig an den Schöpfer erinnert werden, Ihn um Änderung des Materiales, der physischen, sozialen und anderen Schöpfungsbedingungen bitten.
Wir alle besitzen eine Unzahl von Unzulänglichkeiten, die alle aus unserem Ego herstammen, aus dem Wunsche nach Selbstbefriedigung und Komfort unter allen Umständen. Die Ansammlung von Vorwürfen (mussar) bezieht sich auf die Art, mit welcher wir mit jeder unserer Schwächen fertig werden sollen und erklärt die wissenschaftliche Art und Weise dazu.
Die Kabbalah, sogar für Anfänger, führt uns in das Reich Höherer Spiritueller Kräfte und gewährt jedem von uns, den Unterschied zwischen uns und den spirituellen Dingen zu verstehen. Daher verschwindet der Bedarf an weltlicher Erziehung, besonders angesichts der Tatsache, dass sie nicht die gewünschten Resultate bringt.
Wir sind Zeugen unseres inneren Kampfes zwischen den beiden Kräften, der egoistischen und der spirituellen, und wir zwingen den Körper allmählich dazu, uns einen Ersatz für unsere Natur zu wünschen und diese mit einer spirituellen auszutauschen, unsere eigenen Eigenschaften mit denen des Schöpfers, ohne Außendruck unserer Mentoren. Anstatt jeden unserer Fehler zu korrigieren, wie vom Mussar System vorgeschlagen wird, schlägt die Kabbalah vor, unseren Egoismus als Wurzel allen Übels zu korrigieren.
Wir erleben die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft in der Gegenwart. Auf unserer Welt werden alle drei in der Gegenwart gespürt, aber als drei verschiedene Empfindungen. Sie stammen aus unserem Verstand, der diese Vorstellungen je nach eigenem inneren Zeitmesser vornimmt, und somit einen Eindruck von Zeit/Tempus gibt.
In der Kabbalah wird dieses als Unterschied in den Effekten von "Licht-Freude" festgelegt. Der Genuss, der in diesem Moment gefühlt wird, gilt als Gegenwart. Wenn die innerliche, direkte Auswirkung und der Genuss vorbei sind, nur noch von ferne schimmert, dann halten wir das für "die Vergangenheit".
Wenn dabei das Licht verschwindet, wenn der Genuss vorbei ist, und wir ihn nicht länger empfangen, dann vergessen wir völlig, dass er existiert hat. Sollte es jedoch wieder aus der Ferne strahlen, dann wird es zur vergessenen Vergangenheit, die uns gerade wieder einfiel.
Sollten wir diesen gewissen Licht-Genuss noch nicht erlebt haben und er erscheint uns von weit her, wird es von uns als "Zukunft", "Licht der Zuversicht" empfunden.
Um es anders zu sagen, empfinden wir die Gegenwart als eine innere Errungenschaft, als Licht und als Genuss, wohingegen wir die Vergangenheit und die Zukunft als Resultat des entfernten Schimmers von erinnerter oder erwarteter Freude empfinden. Auf jeden Fall leben wir weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft sondern nur in diesem gegenwärtigen Zeitpunkt, in dem wir alle möglichen verschiedenen Lichtarten, die von uns als unterschiedliche Zeiten oder Tempi empfunden werden, wahrnehmen.
Sollten wir keinerlei Genuss zur jetzigen Zeit empfinden, dann suchen wir die Quelle, die uns Freude in der Zukunft geben kann; wir erwarten den nächsten Zeitpunkt, der ein anderes Empfinden mit sich bringen wird. Die Bemühungen im Bereich der Selbstverbesserung bestehen aus dem Heranziehen des fernen, äußeren Lichtes, herein in unsere gegenwärtigen Wahrnehmungen.
Es gibt zwei auf uns einwirkende Kräfte: das Leiden schubst von hinten und Freuden locken uns an und ziehen uns voran. Normalerweise genügt eine Kraft nicht, die alleinige Erwartung auf zukünftigen Genuss reicht nicht, um uns voranzubringen, denn es könnte auch sein, dass Faktoren wie Faulheit oder Angst, dass wir das, was wir besitzen, verlieren können, dazukommen können, da wir uns anstrengen müssen, Fortschritte zu machen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die hinter uns liegende Kraft an unserer Seite zu haben, das Gefühl, dass wir zur Zeit leiden.
Dieses Chaos entsteht aus einem letztendlichen Chaos, dem Wunsch, am Genuss teilzuhaben. Normalerweise brüsten sich solche Leute nicht, die in dieses Chaos gerieten, dass sie der Versuchung nicht widerstehen konnten, dass sie schwächer als die Verlockung waren. Nur der Genuss, den sie aus Ärger erhalten, gewährt ihnen einen gewissen breiten Stolz, denn damit wird ihre Rechtschaffenheit gesichert. Und der Stolz zwingt sie fast sofort in die Knie. Daher ist Wut der stärkste Ausdruck von unserem Egoismus.
Wenn wir materielles, körperliches oder spirituelles Leiden erfahren, dann sollte es uns leid tun, dass der Schöpfer uns diese Bestrafung geschickt hat. Wenn wir das nicht bedauern, dann ist es keine Bestrafung, denn Bestrafung bringt das Gefühl von Schmerz und Bedauern mit sich, dass wir diesen Zustand, sei es Gesundheit, materielle Bedürfnisse usw. nicht bewältigen können. Wenn uns diese Situation schmerzlos lässt, heißt das, dass wir Bestrafung, die uns vom Schöpfer geschickt wurde, noch nicht empfangen haben. Da jegliche Bestrafung eine Korrektur für die Seele ist, entgeht uns die Möglichkeit für solch eine Korrektur.
Derjenige jedoch, der die Bestrafung als eine solche empfindet und fähig ist, zum Schöpfer zu beten, das Leiden zu lindern, der geht eine größere Selbstverbesserung durch, als wenn das Leiden ohne Gebet entstanden wäre. Der Grund dafür kann darin gefunden werden, dass der Schöpfer uns Bestrafung aus völlig unterschiedlichen Beweggründen auflädt, als denen auf unserer Welt. Bestrafung wird uns auferlegt, nicht weil wir gegen Seinen Willen handeln, sondern damit wir eine Vereinigung mit Ihm schaffen, um uns zu zwingen, uns an Ihn zu wenden und Ihm näher zu kommen.
Wenn wir dann den Schöpfer bitten, unser Leiden zu lindern, bedeutet das nicht, dass wir Ihn bitten, unserer Selbstkorrektur enthoben zu werden. Wenn wir ein Gebet schicken, um eine Einigung mit dem Schöpfer zu erlangen, ist dieses ein Schritt unvergleichlich größeren Fortschrittes als durch auferlegtes Leiden.
"Du bist zur Geburt gezwungen, zum Leben, und zum Sterben". So geschieht es auf der ganzen Welt. Was in unserer Welt geschieht, ist das unmittelbare Resultat der Vorgänge, die es in der spirituellen Welt gibt. Es gibt jedoch keinen direkten Vergleich oder irgendeine Ähnlichkeit zwischen den beiden Reichen.
Daher sind wir (entgegen unseren körperlichen Wünschen) dazu gezwungen, geboren zu werden (spirituell geboren zu werden, die ersten spirituellen Empfindungen zu verspüren), was auf den Beginn unserer Trennung von unserem eigenen "Selbst" hindeutet, eine Trennung, mit welcher der Körper nie freiwillig einverstanden ist. Nachdem wir von Oben die spirituellen Organe des Handelns und der Wahrnehmung (kelim) erhalten haben, beginnen wir, unsere spirituelle Existenz und unsere neue Welt zu verstehen. Noch in dieser Phase handeln wir entgegen dem Wunsche des Körpers, an spirituellen Freuden teilzunehmen und sind deshalb "gezwungen zu leben". Letztendlich bedeutet, "Du bist gezwungen zu sterben", dass wir fühlen, gezwungenermaßen am weltlichen, täglichen Leben teilzunehmen, und jeden Tag einen Tod sterben.
Kabbalisten erzeugen in jeder Generation durch ihre Bemühungen und Bücher bessere Umstände, um das endgültige Ziel - dem Schöpfer näher zu kommen - zu erreichen. Vor dem großen Baal Shem-Tov gelang es nur wenigen, dieses Ziel zu erreichen. Nach ihm konnten es auch hervorragende Gelehrte erreichen, aufgrund seines Werkes. Baal HaSulam, Rabbi Yehuda Ashlag, ist es heute zu verdanken, dass jeder, der dieses Ziel erreichen möchte, dieses kann.
Der Weg der Kabbalah und der des Leidens finden ihren Unterschied in der Tatsache, dass der Mensch auf dem Leidensweg dann feststellt, dass es schneller und leichter ist, die Methode der Kabbalah zu wählen. Der Weg der Kabbalah ist der Vorgang, bei welchem wir uns des bereits ertragenen Leidens erinnern, und dass es uns wieder befallen kann. Daher ist es nicht nötig, das gleiche Leiden noch einmal durchzumachen, da dessen Erinnerung reicht, sich der richtigen Handlung bewusst zu werden und den richtigen Entschluss zum Handeln zu fällen.
Die Weisheit liegt darin, alles zu analysieren, was geschieht, und dass der Ursprung von allem unser Egoismus ist. Die Folge ist, dass wir derart handeln müssen, indem wir den Weg einschlagen, wobei wir das Leiden unter dem Egoismus vermeiden.
Kabbalisten meinen, dass die ganze Welt nur für ihren Gebrauch kreiert wurde, um ihnen dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Alle Wünsche, die die Kabbalisten von ihren Mitmenschen erhalten, helfen ihnen damit, voranzukommen, da sie sofort den Gedanken verweisen, sie für ihren persönlichen Nutzen zu verwenden. Wenn wir Negatives in einem anderen sehen, dann nur deshalb weil wir selbst nicht fehlerfrei sind, und dementsprechend die Notwendigkeit für eigene Selbstverbesserung wahrnehmen. So gesehen ist die ganze Welt für die Menschen geschaffen, ihnen beim Aufstieg zu verhelfen, denn sie bekommen so die Möglichkeit, ihre eigenen Schwächen zu sehen.
Nur wenn wir die Tiefe unseres eigenen, spirituellen Rückfalls verspüren zusammen mit dem Gefühl der unendlichen Distanz von dem, was wir so inbrünstig wünschen, können wir das uns entgegengebrachte Wunder begreifen, wenn Er uns aus dieser Welt zu Ihm, in seine spirituelle Welt verhilft. Was haben wir für ein großartiges Geschenk vom Schöpfer erhalten! Nur aus der Tiefe unseres eigenen Zustandes können wir solch ein Geschenk schätzen und mit wahrer Liebe und dem Wunsch nach Einheit Ihm antworten.
Wir erhalten einfach keinerlei Wissen, ohne uns darum bemüht zu haben. Dieses hat zweierlei zur Folge: wir stellen die Notwendigkeit für das Wissen, welches proportional zu den Bemühungen sein wird, fest, und wir begreifen, dass wir davon profitieren, dieses Wissen zu erlangen. Daher werden zwei erforderliche Bedingungen in einem Menschen geschaffen: der Wunsch in unserem Herzen und unsere Gedanken oder die mentale Bereitschaft unseres Verstandes, das Neue zu packen und zu verstehen. Deswegen müssen wir uns anstrengen, mehr noch, es ist unbedingt notwendig.
Nur dieses Handeln hängt völlig von uns ab, denn das Wissen selbst wird uns von Oben gewährt, und wir haben keinen Einfluss darauf, wann es kommt. Wenn wir im Bereich des spirituellen Wissens und der spirituellen Wahrnehmung sind, erhalten wir von Oben, nur das, worum wir gebeten haben und wofür wir innerlich vorbereitet sind. Benutzen wir dann nicht unser Ego, unsere Wünsche, wenn wir den Schöpfer bitten, uns etwas zu gewähren? Ist es möglich, dass solche Forderungen in unserem spirituellen Aufstieg vom Schöpfer erfüllt werden können? Dazu kommt die Frage, wie wir um etwas bitten können, was wir noch nie erlebt haben?
Wenn wir um die Befreiung von unserem Egos bitten, die Wurzel aller unserer Leiden, oder um spirituelle Eigenschaften, ohne vorher eine Ahnung von ihnen zu haben, gewährt uns der Schöpfer das Geschenk, das wir uns erwünschen.
Wenn es sich in der Kabbalah nur um spirituelle Arbeit dreht, die in unserem Kopf und Herzen stattfindet, und behauptet wird, dass unser spiritueller Fortschritt nur davon abhängt, fragen wir uns, was dann die Beziehung zwischen unserer Ausübung religiöser Rituale und dem Ziel der Schöpfung ist.
Da alle Gebote der Bibel ja in Wirklichkeit die spirituellen Handlungen eines Kabbalisten in den Höheren Bereichen beschreibt und wir sie hier in unserer physischen Welt ausführen - obwohl sie keinerlei Einfluss auf die spirituelle Welt haben - führen wir dadurch physisch den Willen des Schöpfers aus. Ohne Zweifel möchte der Schöpfer uns, seine Geschöpfe, auf seine eigene Stufe bringen. Doch um diese Lehre von einer Generation auf die andere zu übertragen, das Beackern der Erde, aus der nur einige wenige sich empor erheben, muss man die Masse der Menschen dazu bringen, bestimmte Aufgaben auszuführen.
Das erinnert uns an unsere eigene Welt. Damit ein Gelehrter aufblühen kann, braucht man die anderen dazu. Um Wissen von einer Generation auf die andere zu übertragen, sind gewisse Regeln notwendig. Dazu gehören Akademien, in welchen zukünftige Größen erzogen und ausgebildet werden. Somit kann jeder an den Errungenschaften dieses Gelehrten und an den zukünftigen Früchten seines Werkes teilnehmen.
Kabbalisten, die mit ihren Gleichrangigen in einer Umgebung aufwuchsen, in welcher sie mit Leichtigkeit, automatisch und voller Glauben an den Schöpfer die Gebote ausführten, wurden spirituell immer größer, wobei andere noch auf ihrem anfänglichen Niveau der spirituellen Entwicklung verweilten. Trotzdem haben sie wie der Rest der Menschheit, unbewusst an der Arbeit der Kabbalisten teilgenommen und unbewusst eine Portion spirituellen Gewinns, den sich der Kabbalist erarbeitet hat, erhalten. Außerdem wurden ihre eigenen Eigenschaften, denen sie sich nicht bewusst waren, korrigiert, was Gleichgesinnten in darauf folgenden Generationen die Möglichkeit eines bewussten spirituellen Aufstieges gab.
Auch von den Studenten, die zum Studium der Kabbalah gelangten (einige für das Wissen, andere für den spirituellen Aufstieg) heißt es "Tausende kommen zum Studium, doch nur einer kommt als Lehrer hervor". Dennoch nehmen alle am Erfolg dieses Einen teil, und erhalten somit ihre eigene Portion von Korrektur durch ihre Teilnahme.
Nachdem der Kabbalist in das spirituelle Reich eingedrungen ist, und seine egoistischen Eigenschaften korrigiert hat, benötigt er wieder die Gesellschaft der anderen: wenn er wieder in unserer Welt lebt, sammelt er die egoistischen Wünsche seiner Mitmenschen und korrigiert sie, und hilft dem Rest, die Fähigkeit, sich bewusst mit spiritueller Arbeit zu beschäftigen, zu erlangen. Wenn ein normaler Mensch ihm mit z.B. alltäglichen Sachen zur Seite stehen kann, erlaubt er dem Kabbalisten, ihn in seine persönlichen Wünsche mit in die Korrektur einzuschließen, die der Kabbalist vollzieht.
Daher heißt es im Talmud "einem Weisen zu dienen ist für einen Schüler nützlicher als von ihm zu lernen". Der Lernprozess bringt Egoismus mit sich und verwendet unseren irdischen Verstand, wohingegen der Dienst für einen Weisen seinen Ursprung im Vertrauen in des Weisens Größe hat, ein Gefühl, das der Schüler nicht wahrnehmen kann. Aus diesem Grund kommt ein Dienen seitens des Schülers den spirituellen Eigenschaften wesentlich näher und ist daher für ihn vorzuziehen.
Daher hat derjenige, der dem Lehrer näher stand und am besten diente, eine größere Chance spirituell aufzusteigen. Daher sagen auch die Kabbalisten, dass die Methode der Kabbalah nicht vererblich ist, sondern von Lehrer auf Schüler übertragen wird.
So war es bis heute in allen Generationen. Die jetzige Generation ist jedoch spirituell so tief gefallen, dass sogar ihre Führer heute das Wissen mittels der Familie weitergeben, da sich all ihr Wissen auf der körperlichen Ebene befinden. Im Gegensatz dazu übertragen diejenigen, die eine besondere Verbindung mit dem Schöpfer und den Schülern gebildet haben, an solche, die es empfangen können, wie z.B. ihren am nächsten stehenden Schülern.
Wenn wir auf Hindernisse in unserem Annähern an den Schöpfer treffen, müssen wir folgendes von Ihm einfordern:
- Dass der Schöpfer alle von Ihm gesandten Hindernisse entfernt, damit wir sie aus eigener Hilfe überwältigen können, und keiner größeren spirituellen Kräfte bedürfen, als jene, die wir bereits besitzen.
- Dass der Schöpfer uns größeres Verlangen nach spirituellem Verständnis gewähren möge und uns die Wichtigkeit des spirituellen Aufstieges vermittelt. Dann kann uns kein Hindernis auf dem Weg zum Schöpfer aufhalten.
Wir Individuen sind dafür bereit, alles auf der Welt für unser Leben aufzugeben, wenn uns das Leben kostbar erscheint. Aus diesem Grunde müssen wir den Schöpfer bitten, uns eine Kostprobe vom spirituellen Leben zugeben, damit uns keine Hindernisse aufhalten können.
Ein spirituelles Verlangen bringt den Wunsch zu geben mit sich, und sein eigenes Vergnügen nur zum Genuss anderer zu gebrauchen. Das Verlangen nach Selbstgenuss ist im spirituellen Leben unbekannt. Die materielle Welt steht der spirituellen diametral gegenüber.
Das Licht des Schöpfers dringt in jedes Objekt nur in dem Maße ein, wie dieses in seinen Eigenschaften mit denen des Lichtes übereinstimmt, und darum kann die Welt den Schöpfer nicht wahrnehmen.
Nur Sein Licht kann mit seinem Eindringen ein egoistisches Gefäß in ein altruistisches verwandeln. Einen anderen Weg gibt es nicht. Darum erschaffte er die Menschen; damit sie zuerst unter dem Einfluss egoistischer Kräfte leben und dann von ihnen solche Eigenschaften, erhalten, die sie vom Spirituellen trennen, und um die Menschen dann unter spirituellen Einfluss zu bringen. Letztendlich müssen sie mithilfe der Kabbalah während ihrer Arbeit am spirituellen Zentrum im Herzen die vom Ego empfangenen Wünsche korrigieren.
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